Walzenzug – Baumaschine für die Verdichtung

Aus dem modernen Bauwesen ist der Walzenzug nicht mehr wegzudenken. Häufig wird dieser umgangssprachlich auch lediglich als Walze bezeichnet. Zu sehen sind die Walzenzüge überall dort, wo Grund und Boden verdichtet werden müssen. Diese fahrbare Baumaschine wird entweder durch einen Dieselmotor bzw. hydrostatischen Antriebe betrieben. Von der Fahrerkabine aus wird die Walze als Anbaugerät über den vorgelagerten Boden geführt.

In der Baubranche zählt der Walzenzug zu den wichtigsten Verdichtungsgeräten, wo die Maschine mit ihrem hohen Gewicht nicht nur dazu beiträgt, Bodenflächen zu planieren. Sondern durch den Walzenzug wird eine Verdichtung von bindigen oder nicht-bindigen Böden aller Art gewährleistet und ebenfalls zum Auftragen von speziellen Beschichtungen, wie bspw. Frostschutzmittel genutzt.

Dampfwalzen gibt es schon lange nicht mehr

Bei Walzen handelt es sich um Baumaschinen, die fast ausschließlich im Straßenbau zum Einsatz kommen. Ohne sie wären die Straßen weder stabil noch tragfähig. Was viele nicht wissen ist, dass es sich bei der Walze um eine Erfindung handelt, die bereits vor 200 Jahren aufgekommen ist. Die große und schwere Rolle wurde damals von Pferden gezogen und ab 1860 wurden diese durch Dampf betrieben. Heute werden diese allerdings nicht mehr so betrieben und die letzte Dampfwalze wurde 1970 in den Ruhestand geschickt. Heute laufen die modernden Walzen mit Benzin, Diesel oder Kerosin.

Im Straßen- und Tiefbau kommt es zum Einsatz verschiedener Typen des Walzenzuges.

Walzenzug: eine vielseitig einsetzbare Verdichtungsmaschine

Als Verdichtungsgeräte sind die Walzen nicht mehr wegzudenken, wenn es um die Bearbeitung von großflächigen Asphalt, Erd- und Tragschutzschichten geht. Durch das bloße Gewicht der Walze wird bei der statischen Walze der zu bearbeitende Untergrund verdichtet, womit dieser fester und stabiler wird. Diese Methode eignet sich bei Böden, die durch Vibrationen zu Schaden gekommen sind, aber sind weniger exakt.

Die dynamischen Walzen hingegen geben die Vibration der Walze an den Boden weiter, wodurch sich dieser verdichtet. Das Gerät ist dadurch deutlich leichter und kleiner im Gegensatz zu der statischen Walze. Die unterschiedlichen Typen sind auf spezifische Bodenbeschaffenheiten und Einsatzorte ausgerichtet.

Die verschiedenen Walzenmodelle

Duplexwalze Diese wird handgeführt und liegt in Bezug auf die Größe zwischen der Vibrationsplatte und dem Walzenzug. Dieses Modell ist wartungsfreundlich, ermöglicht vibrationsarmes Arbeiten und ist extrem wendig. Verwendet werden kann diese aufgrund der vibrierenden Glattmantelbandagen auf Asphalt aber auch bei nichtbindigen Boden.
Grabenwalzen Verwendet wird dieser Walzenzug zur Verdichtung von bindigen Böden. Die Besonderheit dieser Walze liegt in ihren Schafffußbandagen, die über eine Noppenstruktur verfügen, die verhindert, das Wasser aus dem Boden gezogen wird.
Gummiradwalze Eine besonders wichtige Grundlage auf der Baustelle ist der Knet- und Versiegelungseffekt. Durch das hohe Gewicht und die Arbeit der Walze wird dafür gesorgt, dass verschiedene Zuschlagstoffschichten aber auch Asphalt bedient werden können.
Kombiwalzen Hier sind die Funktionsweisen der Gummiradwalze und der Tandemvibrationswalze miteinander kombiniert. Der Walzenzug verfügt hinten über ein Fahrwerk und an der Vorderseite über eine breite Bandage. Diese Baumaschine gewährleistet einen hohen Verdichtungsgrad der Oberfläche, da die Bandage vibriert und eine zusätzliche Versiegelung durch die gummibereiften Räder bewirkt wird.
Tandemvibrationswalze Sei es für Bodenreparaturen oder die Vorbereitung zur Auslage von Bodenplatten – dank der leichtgängigen Führung und der Vibration des Walzenzugs lässt sich der gelockerte Bereich einfach wieder verdichten. Zudem eignen sich die beiden Walzkörper auch für schiebeempfindliches Material.
Walzenzug Kompakte Walzenfahrzeuge mit nur einem Walzkörper an der Knicklenkung eignen sich für die Bodenverdichtung bei beengten Verhältnissen. Zum Einsatz kommt der breite und kraftvolle Walzenzug auch als Tandemwalze mit zwei Walzenkörpern im Straßenbau, wenn es um die Verdichtung homogener Beläge von größeren Flächen geht.

Die Funktionsweise

Der Walzenzug ist eine dynamische Walze, die den Verdichtungsprozess durch Bewegung der Baumaschine durchführt und nicht nur allein durch das Eigengewicht. Über die sogenannte Bandage im Frontbereich wird die eigentliche Verdichtung durchgeführt, die über eine klassische Vorderachse verfügt. Das Gewicht des Motors und der Fahrerkabine lastet auf der Hinterachse, wobei ein Walzenzug je nach Bauart und Hersteller bis zu 30 Tonnen und mehr wiegen kann.

Produziert werden Walzenzüge in starrer Bauweise oder mit Knickgelenk zwischen Fahrerkabine und Bandage. Die letztere Variante ermöglicht das einfachere Manövrieren, selbst unter beengten Verhältnissen. Die Leistung eines Walzenzugs liegt je nach Modell zwischen 25 und weit über 100 KW, wobei sich diese zugleich auf die Kraft der Verdichtung und die Geschwindigkeit beim Fahren der Walze auswirkt.

Zu den weiteren Kennzeichen von einem Walzenzug zählen der Abstreifer an der Bandage zur Entfernung von Schmutz und Erdreich sowie ein Zusatzgewicht am Heck, um so die Verdichtungsleistung der Walze zu erhöhen.

Die Einsatzbereiche

Der wichtigste Einsatzbereich von einem Walzenzug ist der Straßen- und Wegebau. Zum Einsatz kommt der Walzenzug, nachdem der Asphalt oder andere Bodenmaterialien aufgetragen wurden, um diese zu verdichten. Durch die Bearbeitung wird das verdichtete Baumaterial tragfähiger und wird so größeren Lasten gerecht, wobei auch die Lebensdauer des Materials erhöht und zugleich das Risiko von Rissen und anderen Schäden gesenkt wird. Zugleich trägt der Walzenzug zur gleichmäßigen Verteilung und Verdichtung der abschließenden Zusatzschichten bei, wie bspw. um den Fahrbahnverlag zu veredeln oder für den Frostschutz.

Ebenfalls kommen die Walzenzüge auch in der Baubranche vor, wenn es darum geht, Bodenflächen für die spätere Bebauung vorzubereiten. Hierbei kann der Walzenzug die Fläche planieren, sodass diese am Ende von großen Unebenheiten und Höhenunterschieden befreit ist.

Mit dem Walzenzug lassen sich nicht nur Asphalt oder Beton verdichten, sondern auch Sand, Asche, Kies oder andere Baustoffe, mit der eine ebene Fläche geschaffen werden soll. Wesentlich seltener ist jedoch der theoretisch denkbare Einsatz der Baumaschine in der Landwirtschaft.

Die Anschaffung

Wenn es darum geht einen Walzenzug anzuschaffen, sind verschiedene Parameter entscheidend. Denn es sind nicht nur die Modelle mit der standardmäßigen Ausstattung mit Bandage erhältlich, sondern auch Modelle mit klassischer Luftbereifung. Zudem stellen auch Gewicht, Leistungsfähigkeit und die montierte Vibrationseinheit wesentliche Kriterien dar.

Es gilt abhängig vom Bauprojekt zu prüfen, ob die Fahrt mit dem Walzenzug dem Einsatzzweck entspricht oder alternativ mit Vibrationsplatten oder anderen Walzen gearbeitet werden kann. Die Varianten wie Gummiradwalze oder Grabenwalze sind je nach Aufgabe der Verdichtung besser geeignet, da sie kompaktere Abmessungen mit sich bringen. Für die kleineren Bauprojekte und dem Einsatz kompakter Baumaschinen hingegen sollte über die Anschaffung von einem reinen Anbaugerät nachgedacht werden.